Die Schlacht von Bannockburn

Statue von Robert the Bruce vor Stirling Castle - LordHorst, wikipedia
Statue von Robert the Bruce vor Stirling Castle - LordHorst, wikipedia
Am 23. und 24. Juni 1314 kämpften die Schotten unter Robert the Bruce gegen die zahlenmässig weit überlegenen Engländer und gewannen ihre Unabhängigkeit.

Die Schlacht von Bannockburn war wohl eine der bedeutendsten Schlachten in der Geschichte Schottlands. Ein zahlreich weit unterlegenes Heer kämpfte unter der Führung von Robert the Bruce um die Unabhängigkeit Schottlands von England und dessen König Edward II. Lediglich zwei Tage dauerte die grösste je auf schottischem Boden ausgetragene Schlacht, doch die englische Armee wurde darin fast vollständig geschlagen.

Vorgeschichte

Schon seit langem begehrte König Edward I. von England das schottische Reich, welches er nach der Hinrichtung von William Wallace (1305) bereits glaubte sicher in der Hand zu haben. Von Süden nach Norden wurde jede Stadt Schottlands besetzt.

Doch das Volk der Schotten erwies sich als zäh. 1306 wurde Robert the Bruce zu ihrem König gekrönt. Langsam eroberte dieser Stadt um Stadt zurück, bis sich schliesslich im Frühjahr 1314 nur noch wenige Festungen unter englischem Banner befanden. Von diesen stellte Stirling die strategisch wichtigste dar. Aber auch Stirling wurde durch ein schottisches Heer belagert, weshalb der englische Stadthalter, Sir Philip Moubray, beschloss Stirling zu übergeben, falls bis zum Johannistag (24. Juni) des selben Jahres kein englisches Befreiungsheer einträfe.

Dieses besagte Heer näherte von Berwick-upon-Tweed her und hoffte die Schotten in eine offene Feldschlacht zu zwingen und so vollständig vernichten zu können.

Erster Tag der Schlacht: Gefechte zwischen Bannock und Forth

Wie bereits die Armee von William Wallace, bestand auch diejenige von Robert the Bruce hauptsächlich aus mit langen Spießen bewaffnetem Fussvolk. Vermutlich wurde es in drei Hauptanordnungen geteilt. Doch auch etwa 500 berittene Männer führte er in den Kampf.

Insgesamt umfasste die Streitmacht des Bruce ungefähr 5.000 Mann, während auf englischer Seite ein Heer unter Edward II. mit rund 20.000 Soldaten, darunter um die 2.000 Reiter, antrat. Im Sumpfland von Bannockburn, südlich von Stirling, trafen die beiden Kontrahenten aufeinander.

Am Sonntag, dem 23 Juni 1314 erreichten die Engländer die Furt bei Bannockburn, an welcher die Schotten Stellung bezogen hatten. Unter ihnen befanden sich die Mitglieder aus 21 Clans. Die Schotten beabsichtigten einen Kampf auf kurze Distanz, um so der Überlegenheit der englischen schweren Reiterei entgegenzuwirken. Entsprechend fand die Schlacht selbst schliesslich in einem sumpfigen Gebiet von wenigen Kilometern Breite zwischen den Flüssen Bannock und Forth statt.

Auf dem Weg nach Stirling trafen zuerst rund 500 Kavalleristen auf einen kleinen Teil der schottischen Streitmacht. Die Aufstellung in Schiltrons (enge Schlachtaufstellung mit Spiessen) bewährte sich und es gelang den Schotten die Engländer zum Rückzug zu zwingen. Lediglich einige kleinere Scharmützel folgten an diesem Tag.

Zweiter Tag der Schlacht: Flucht der Engländer

Die Hauptschlacht fand am Tag darauf, dem 24.Juni statt. Während das schottische Heer wiederum in Schiltrons aufgestellt wartete, rückte die englische Armee über den Bannock vor. Die erste berittene Attacke wurde vernichtend geschlagen und die englischen Truppen wurden auseinander getrieben und zurückgedrängt. Stets vorwärts drängend griff die schottische Abteilung die englische Front an, welche sehr schmal war, da sie zwischen dem Bannockburn und dem Pelstream Burn eingeklemmt war. Langsam aber unerbittlich drangen die schottischen Truppen vor, während es den Engländern nicht gelang die eigenen Truppen zu sammeln. Auch ihre Bogenschützen im Hintergrund konnten nichts ausrichten. Statt dem schottischen Ziel trafen sie die eigenen Leute.

Als die Schlacht verloren schien, suchte Edward II. frühzeitig das Weite und flüchtete per Schiff zurück nach England. Die verbliebenen Truppen fielen nun vollends auseinander und wurden bis auf diejenigen, welche daraufhin wie ihr König ihr Heil in der Flucht suchten, restlos geschlagen.

Folgen der Schlacht

An jenem Tag gewannen die Schotten die wichtigste Schlacht ihrer Freiheitskämpfe, obwohl diese Freiheit noch längst nicht gesichert und von den Engländern anerkannt war. Die eigentliche Unabhängigkeit war erst die Folge der Declaration of Arbroath, welche 1320 von den schottischen Adligen verfasst und an den Papst in Rom gesandt wurde. Am 17. März 1324 wurde schliesslich der Frieden von Edinburgh unterzeichnet, der am 4. Mai des Jahres auch von England anerkannt wurde.

Robert the Bruce (Bruce I.) verliess das Schlachtfeld nicht nur als Sieger, sondern zugleich als unangefochtener Herrscher Schottlands bis zu seinem Tod im Jahre 1329.

Praktisch ohne einen Mann war Edward II. aus der Schlacht von Bannockburn zurückgekehrt und auch sein Schicksal war hiermit so gut wie besiegelt. Der ohnehin unbeliebte König musste abdanken und verbrachte den Rest seiner Tage in verschiedenen Gefängnissen beziehungsweise unter Hausarrest, bis er 1327 ermordet wurde.

Sarah A. Friedli, S. Friedli

Sarah A. Friedli - Kurzvita: Geboren wurde ich 1985 in der Schweiz. Nach der Schulzeit habe ich den Vorkurs für Gestaltung absolviert und ...

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